Die Geschichte der Gründer

5/12/2018

Die Idee zu Natural Cycles entstand, als die Gründer – Elina und Raoul – auf der Suche nach einer wirksamen Methode zur natürlichen Verhütung waren. Dies führte sie von der Physik direkt auf das Gebiet der Gesundheitstechnologie für Frauen.

Wer sind die Gründer von Natural Cycles?

Natural Cycles wurde im Jahr 2013 von Dr. Elina Berglund und ihrem Ehemann Dr. Raoul Scherwitzl gegründet.

Als ehemaliges Mitglied der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) war Elina Teil des Forschungsteams, das das Higgs-Boson entdeckt hat – eine der bis dato bedeutendsten Entdeckungen in der Teilchenphysik, die in einem Nobelpreis resultierte.

Raoul, ebenfalls Teilchenphysiker, hat immer danach gestrebt, sein Fachwissen als Unternehmer zu nutzen, um einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben.

Wie ist die Idee zu Natural Cycles entstanden?

Die Idee entstand, als Elina und Raoul mit dem Gedanken spielten, eine Familie zu gründen: „Ich wusste, dass ich gerne in ein bis zwei Jahren schwanger werden wollte. Daher beschloss ich, nicht länger hormonell zu verhüten, um meinem Körper erst einmal Zeit zu geben, zu seinem natürlichen Zyklus zurückzukehren. Bei meiner Suche nach einer natürlichen Verhütungsmethode fand ich heraus, dass sich die Körpertemperatur der Frau im Laufe des Menstruationszyklus verändert und dies als bekannter und gut erforschter Fruchtbarkeitsindikator gilt. Ich begann also, meine Temperatur zu messen und sie mithilfe meiner Statistikkenntnisse aus der Teilchenphysik zu analysieren, um meinen Eisprung zu ermitteln und so meine fruchtbaren Tage zu identifizieren”, so Elina.

Wie ging es dann weiter?

Das Sammeln immer neuer Fruchtbarkeitsdaten übte zunehmend Faszination auf Elina aus und sie beschloss, ihre Erkenntnisse mit ihren Kollegen am CERN zu teilen: „Je mehr ich mich mit meinen eigenen Fruchtbarkeitsdaten beschäftigte, umso besser lernte ich meinen Körper kennen. Das war eine Offenbarung für mich. Ich wollte meine Kollegen daran teilhaben lassen und teilte meine Erfahrungen mit ihnen. Einige der Frauen, mit denen ich zusammenarbeitete, fühlten sich schließlich darin bestärkt, ebenfalls ihre Temperatur zu messen und ich analysierte ihre Fruchtbarkeitsdaten für sie.“

Unter Zuhilfenahme von Methoden, die sie sich während des Higgs-Boson-Forschungsprojekts angeeignet hatte, entwickelte Elina einen Algorithmus zur Analyse ihrer Temperaturdaten. Dieser berücksichtigt bei der Ermittlung der fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage kleinste Temperaturschwankungen, die Überlebensdauer von Spermien, Abweichungen in der Zykluslänge, den Zeitpunkt des Eisprungs sowie die Länge von Follikel- und Lutealphase.

„Raoul kam schließlich auf die Idee, meinen Fruchtbarkeitsalgorithmus in Form einer App bereitzustellen, damit andere Paare ebenfalls von unserer Innovation profitieren können“, erinnert sich Elina. „Also begann ich, ein Jahr lang an der Perfektionierung des Algorithmus zu arbeiten und zu lernen, wie man eine App entwickelt… die wir schließlich ‚Natural Cycles‘ nannten.“

Welche Schritte waren nötig, um Natural Cycles Frauen auf der ganzen Welt näherzubringen?

Aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds in der wissenschaftlichen Forschung wussten Elina und Raoul, dass das Zusammentragen klinischer Daten zur Wirksamkeit von Natural Cycles als Verhütungsmethode entscheidend für den Erfolg sein würde.

Seither haben sich Elina und Raoul dafür eingesetzt, die klinische Forschung zu Natural Cycles weiter voranzutreiben. Im Jahr 2017 wurde eine der größten Studien ihrer Art in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Karolinska-Instituts und anderen Forschungszentren durchgeführt und in der renommierten Fachzeitschrift Contraception veröffentlicht. Bei dieser Studie, im Rahmen dererwelcher 224.563 Menstruationszyklen von 22.785 Frauen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren analysiert wurden, belief sich die Wirksamkeitsrate von Natural Cycles bei typischer Verwendung auf 93 %.1

Die Wirksamkeit bei typischer Verwendung berücksichtigt alle möglichen Gründe für den Eintritt einer Schwangerschaft während der Nutzung der App: von Fehlern bei der Anwendung (z. B. ungeschützter Geschlechtsverkehr an einem roten Tag) über Versagen des gewählten Verhütungsmittels an einem roten Tag bis hin zur falschen Zuweisung eines grünen Tages durch die App. Eine Wirksamkeitsrate von 93 % bei typischer Verwendung bedeutet, dass 7 von 100 Frauen während eines Jahres unter Verwendung der App schwanger werden.

Im Februar 2017 erhielt Natural Cycles die CE-Kennzeichnung und wurde als erste und bisher einzige App in Europa für die Verwendung als Verhütungsmethode zertifiziert. Kurze Zeit später, im August 2018, wurde der Antrag des Unternehmens zur Vermarktung von Natural Cycles als Verhütungsmethode durch die United States Food and Drug Administration (FDA) im De-Novo-Verfahren bewilligt. Damit ist Natural Cycles die erste und bisher einzige App, die in den USA für die Verwendung als Verhütungsmethode freigegeben wurde.

Wie hat sich Elinas und Raouls persönlicher Weg mit Natural Cycles seither entwickelt?

Elina und Raoul war von Anfang an bewusst, dass ihnen der Algorithmus hinter Natural Cycles nicht nur bei der Verhütung, sondern zum gewünschten Zeitpunkt auch bei der Schwangerschaftsplanung helfen konnte. Im Jahr 2013 verkündeten die beiden auf Twitter, dass sie die App ab sofort im „Schwangerschaft planen“-Modus verwenden würden – und die gute Nachricht ließ nicht lange auf sich warten: „Mit ein wenig Glück, und dank der Präzision der App, wurde ich direkt im ersten Zyklus schwanger“, so Elina.

Was hält die Zukunft für Natural Cycles bereit?

„Wir leisten Pionierarbeit in einem Zeitalter, in dem Frauen mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit sehr viel bewusster und selbstbestimmter umgehen als je zuvor”, erklärt Elina. „Wir möchten Frauen darin bestärken, selbstbestimmt über ihre Fruchtbarkeit zu entscheiden – ganz gleich, ob zur Vermeidung oder zur Planung einer Schwangerschaft.“

Elina und Raoul verstehen Natural Cycles auch als Chance, ein besseres Verständnis für Frauengesundheit im Allgemeinen zu erlangen. „Wir hoffen, medizinischen Fachkräften relevante Informationen über ihre Patienten liefern zu können, die Diagnosen erleichtern und letztlich zu einem besseren Verständnis der Frauengesundheit im Allgemeinen beitragen”, fügt Raoul hinzu.

Literaturnachweise

  1. Berglund Scherwitzl E, Lundberg O, Kopp Kallner H, Gemzell Danielsson K, Trussell J, Scherwitzl R. Perfect-use and typical-use Pearl Index of a contraceptive mobile app. Contraception. 2017;96(6):420-425.