Illustration einer Frau auf ihrem Bett mit einer feuchten Stelle auf dem Laken.

Was ist Squirting? Wie es sich anfühlt & Tipps, wie Du squirten kannst

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, Wissenschaftler bei Natural Cycles
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Wichtige Punkte:

  • Squirting und weibliche Ejakulation werden von unterschiedlichen Teilen der Lustanatomie ausgelöst und sind nicht dasselbe

  • Squirting ist das unwillkürliche Abgeben einer klaren, wässrigen Flüssigkeit beim Sex, das mit einem Orgasmus einhergehen kann, aber nicht muss [1]

  • Weibliche Ejakulation ist das Abgeben einer kleinen Menge milchiger Flüssigkeit bei sexueller Erregung oder während eines Orgasmus [1]

  • Nicht jeder macht Erfahrungen mit Squirting oder weiblicher Ejakulation. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie Du Deine Chancen erhöhen kannst, falls Du das mal ausprobieren möchtest

Hast Du schon mal während des Sex das Bedürfnis verspürt, auf die Toilette zu müssen, aber dann innegehalten, weil Du Angst hattest, Du könntest tatsächlich pinkeln? Wahrscheinlich warst Du da schon auf dem besten Weg zum Squirting. Oder hast Du schon mal bemerkt, dass eine cremige, milchige Flüssigkeit austritt, wenn Du extrem erregt bist bzw. direkt nach einem Orgasmus? Das kann ein Anzeichen für weibliche Ejakulation sein.

Der Begriff „Squirting“ wird oft mit der weiblichen Ejakulation gleichgesetzt. Die beiden Dinge sind jedoch nicht dasselbe. Beim Squirting kommt oft mehr Flüssigkeit zum Vorschein, die in der Regel klar und wässrig ist. Bei der weiblichen Ejakulation hingegen wird eine geringere Menge milchiger Flüssigkeit abgesondert.

In diesem Artikel gehen wir näher auf den Unterschied zwischen den beiden ein und beantworten die Frage: Was ist Squirting? Außerdem erklären wir, wie verbreitet Squirting und die weibliche Ejakulation sind, wie sie sich anfühlen und wie man squirtet, falls Du das gerne mal ausprobieren möchtest.

Was ist Squirting?

Unter „Squirting“ versteht man eine bestimmte Art von Flüssigkeit, die beim Sex aus der Harnröhre (wo man pinkelt) austritt [1]. Das unterscheidet sich vom sexuellen Sekret, das bei der Erregung entsteht und normalerweise die Vagina befeuchtet (manchmal auch als „feucht werden“ bezeichnet). Squirting tritt oft während des weiblichen Orgasmus auf, aber das ist nicht immer der Fall. Nicht jeder squirtet, und nicht jeder, der squirtet, tut dies jedes Mal.

Wie fühlt sich Squirting an?

Manche sagen, dass sich das Squirting intensiver anfühlt als ein normaler Orgasmus oder wie eine tiefe sexuelle Befriedigung. Eine Online-Umfrage unter mehr als 320 Frauen weltweit, die angaben, Squirting bzw. weibliche Ejakulation erlebt zu haben, ergab, dass fast 80 % der Frauen das Squirting als Bereicherung für ihr Sexualleben empfanden [2]. Andere empfinden das Squirting vielleicht eher als Nebeneffekt anderer Lustgefühle, und manche beschreiben es als ein Gefühl, das ein bisschen so ist, als müsste man pinkeln. Jeder erlebt Sex und sexuelle Lust anders. Es gibt keine richtige oder falsche Art, darüber zu denken. 

Woran merke ich, ob ich gesquirtet habe?

Wie sich Squirting anfühlt, ist von Person zu Person unterschiedlich. Es kommt nicht selten vor, dass Frauen erst im Nachhinein merken, dass sie gesquirtet haben. Schwedische Forscher haben 28 Frauen im Alter zwischen 23 und 69 Jahren zu ihren Squirting-Erfahrungen befragt (alle an der Studie teilnehmenden Frauen gaben an, bei sexueller Stimulation einen Flüssigkeitsausfluss erlebt zu haben). Sie fanden heraus, dass manche Frauen zwar merkten, dass sie gesquirtet hatten, und dabei ein tiefes Gefühl der Befriedigung verspürten, während andere in dem Moment kaum etwas spürten und erst bemerkten, dass sie gesquirtet hatten, weil ihre Bettwäsche nach dem Sex feuchter war als sonst [1].

Squirten alle Frauen? 

Unsere Körper sind alle unterschiedlich, und wir erleben Lust auf unsere ganz eigene Weise. Daher gilt: Nein – nicht jede Person mit einer Vagina squirtet beim Sex, und nicht alle ejakulieren. Auch wenn Squirting in Pornos sehr häufig gezeigt wird, heißt das nicht, dass es alle erleben.

Das Interessante am Squirting ist, dass manche Frauen es erst später im Leben erleben. In derselben in Schweden veröffentlichten Studie wurden die 28 Teilnehmerinnen zu ihren ersten Squirting-Erfahrungen befragt. Einige Teilnehmerinnen gaben zu, dass das Squirting bei ihnen erst später im Leben auftrat, entweder aufgrund neuer Empfindungen in der Vagina nach der Geburt oder weil sie in Bezug auf Sex entspannter und aufgeschlossener geworden waren. 

Wichtig ist jedoch, darauf hinzuweisen, dass sich die Autoren dieser Studie auf freiwillige Teilnehmerinnen aus bestimmten Netzwerken stützten (zum Beispiel einem schwedischen Podcast zum Thema Sexualität). Die Erfahrungen dieser Frauengruppe spiegeln möglicherweise nicht das gesamte Spektrum wider und sind vielleicht auch nicht typisch für alle Frauen, da Freiwillige im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung oft andere Perspektiven haben oder sich in ihrer Offenheit unterscheiden [1].

Wie verbreitet sind Squirting und weibliche Ejakulation?

Studien zum Thema „Squirting“ kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine Untersuchung legt nahe, dass zwischen 10 % und 54 % der Frauen beim Orgasmus eine weibliche Ejakulation erleben könnten [3], während eine andere Studie darauf hindeutet, dass bis zu 69 % der Frauen beim Sex „squirten“ können [4].

Die aktuellsten Daten zum Squirting in den Vereinigten Staaten zeigen, dass etwa 40 % der erwachsenen Frauen angeben, im Laufe ihres Lebens schon einmal gesquirtet zu haben. Etwa 60 % dieser Frauen beschreiben das Squirting als angenehm, aber nur 20 % der Frauen erleben das Squirting immer gleichzeitig mit einem Orgasmus [5].

Denk daran, dass das weibliche Lustempfinden – und insbesondere das Squirting – mit vielen Vorurteilen behaftet ist. Das kann beeinflussen, wie viel darüber gesprochen wird, und dazu führen, dass es nicht in vollem Umfang thematisiert wird. 

Squirting vs. weibliche Ejakulation

Bis vor kurzem galten „Squirting“ und die weibliche Ejakulation als ein und dasselbe, und selbst in den meisten älteren Studien wurden diese beiden Begriffe synonym verwendet. Neuere Forschungsergebnisse haben jedoch endlich bestätigt, dass es sich tatsächlich um zwei verschiedene Phänomene handelt [3].

Beim Squirting wird eine klare, wässrige Flüssigkeit (höchstwahrscheinlich aus der Blase [6]) ausgestoßen, was während des Orgasmus passieren kann – muss aber nicht [5]. Die weibliche Ejakulation sieht ganz anders aus, es handelt sich um eine geringere Menge milchiger Flüssigkeit. Diese milchige Flüssigkeit wird in der Skene-Drüse (manchmal auch als weibliche Prostata bezeichnet) produziert und tritt bei der sexuellen Erregung durch die Harnröhre aus [3].

Es stimmt zwar, dass die Flüssigkeit, die beim Squirting austritt, Urin enthält, aber es ist nicht dasselbe wie beim Sex zu pinkeln. Squirting unterscheidet sich von sexueller Inkontinenz (auch als koitale Inkontinenz bezeichnet), bei der während des Geschlechtsverkehrs Urin austritt – das passiert normalerweise, wenn du bereits an Harninkontinenz leidest, z. B. wenn du beim Lachen oder Niesen eine kleine Menge Urin verlierst [7]. 

Es ist möglich, Squirting und weibliche Ejakulation gleichzeitig zu erleben. Manche erleben jedoch nur eines von beidem [3]. 

Tipps, wie Du squirten kannst

Du möchtest lernen, wie Du alleine oder mit einem Partner/einer Partnerin squirten kannst? Wie bei allen Themen rund um Sex ist das eine Lernreise. Hier sind ein paar Tipps, die Dir den Einstieg erleichtern:

  • Masturbieren: Untersuchungen deuten darauf hin, dass es für einige etwas leichter sein könnte, beim Masturbieren zum Squirting zu kommen als beim Geschlechtsverkehr [2]. Selbstbefriedigung ist eine gute Möglichkeit, herauszufinden, was sich gut anfühlt, und gibt Dir Zeit, Dich auf Dein eigenes Erlebnis zu konzentrieren.

  • Probiere verschiedene Sexstellungen aus: Bringe Abwechslung in Dein Liebesleben mit Deinem Partner/Deiner Partnerin. Probiere Stellungen aus, die eine tiefe vaginale Penetration ermöglichen, wie zum Beispiel die „Reverse Cowgirl“-Stellung oder die Penetration von hinten. 

  • Nutze Sexspielzeug: Der Einsatz von Spielzeug kann Dir helfen, Lust auf neue Art zu erleben. Sexspielzeuge gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen. Sie können eine tiefere Penetration ermöglichen oder die Klitoris von außen stimulieren. Du kannst Sexspielzeuge alleine benutzen oder sie als Teil der Intimität mit einem Partner/einer Partnerin einsetzen. Finde heraus, was für Dich am besten funktioniert und sich am besten anfühlt. 

  • Entspann dich: Genau wie bei einem normalen Orgasmus können Sorgen oder Ängste es Dir erschweren, zum Höhepunkt zu kommen, und den Sex weniger angenehm machen. Versuche, Dir nicht zu viele Gedanken über das Endergebnis zu machen. Schließlich geht es doch um den Weg dorthin!

  • Nimm dir Zeit: Eine kleine Studie mit sieben Teilnehmerinnen ergab, dass es zwischen 25 und 60 Minuten Fingertimulation brauchte, bis die Frauen squirten konnten [8]. Nimm Dir also Zeit zum Aufwärmen, fürs Vorspiel und zum Steigern der Erregung – ganz gleich, ob Du alleine oder zu zweit auf Entdeckungsreise gehst.

  • Konzentriere Dich auf Deinen Körper: Frauen, die squirten, berichten, dass sie und ihr Gegenüber Zeit damit verbracht haben, nicht nur das Innere der Vagina und die Klitoris zu stimulieren, sondern auch andere Teile der Vulva und den Rest ihres Körpers [1]. Unser Körper ist voller erogener Zonen (Ohren, Innenseiten der Oberschenkel, Hals, Brustwarzen usw.), die sich bei Stimulation alle fantastisch anfühlen. Überlege Dir also, Deine Erkundung über die Genitalien hinaus auszuweiten, um die Erregung zu steigern.

Was kannst Du tun, um Deiner Partnerin beim Squirting zu helfen?

Freust Du Dich darauf, das Squirting mit Deiner Partnerin zu entdecken, und möchtest ihr dabei helfen, sich wohlzufühlen, während Du sie dabei unterstützt? Hier sind ein paar Tipps, die euch helfen sollen, diese neue sexuelle Entdeckungsreise gemeinsam zu meistern:

  • Übe keinen Druck auf Deine Partnerin aus: Sei immer unterstützend und liebevoll, wenn ihr im Schlafzimmer etwas Neues ausprobiert, und übe keinen Leistungsdruck auf Deine Partnerin aus. Vielleicht kann sie squirten, vielleicht aber auch nicht – betrachte das Ganze als ein lustiges Experiment und etwas Neues, das ihr gemeinsam erlebt.

  • Frag sie, was am besten funktioniert: Finde gemeinsam mit Deiner Partnerin heraus, was sich für sie am besten anfühlt. Vielleicht möchte sie währenddessen Bestätigung und liebevolle Worte – führ erotische Gespräche und gib ihr reichlich Bestärkung. Vielleicht bevorzugt sie eine bestimmte Art von Rhythmus und Tempo. Probier verschiedene Techniken aus und frag sie immer wieder, wie es für sie ist. Achte nicht nur auf ihre Worte, sondern auch auf ihre Körpersignale und darauf, wie ihr Körper auf verschiedene Berührungen und Reize reagiert.

  • Nimm Dir viel Zeit fürs Vorspiel: Auch wenn Du normalerweise schon viel Vorspiel betreibst, solltest Du noch mehr Zeit für Aktivitäten aufwenden, die die Erregung und die sexuelle Spannung steigern. Gönne Deiner Partnerin eine sinnliche Ganzkörpermassage, verwöhne sie oral und verbringe viel Zeit damit, sie zu küssen und ihren Körper mit Deinen Lippen zu erkunden, bis sie in Deinen Armen dahinschmilzt.

  • Kenne die richtigen Stellen:  Die Klitoris und der G-Punkt sind die entscheidenden Stellen, die bei vielen Frauen die größte Lust auslösen, wenn sie stimuliert werden. Eine kombinierte Stimulation beider Stellen mit Mund und Fingern kann die besten Ergebnisse liefern, wenn Du herausfinden willst, wie man zum Squirting kommt.

Sicherheitshinweise und besondere Tipps

Auch wenn neue Sexualpartner toll sein können und das Vergnügen, das wir dabei erleben, erheblich steigern können, solltest Du Dir über sexuell übertragbare Infektionen (STI) im Klaren sein. Wenn du Sex mit jemandem hast, dessenSTI-Testergebnisse du nicht kennst, ist das besonders wichtig.

Geschlechtskrankheiten werden durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, auch wenn dabei kein Penis in die Vagina eindringt. Beim Squirting treten oft große Mengen an Körperflüssigkeiten aus. Achte also darauf, Dich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen, indem Du bei Bedarf Schutzmaßnahmen ergreifst: Verwende beim Oralsex Lecktücher, beim penetrativen Sex Kondome (auch bei Sexspielzeug) und bei der Stimulation mit den Fingern Handschuhe.

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Mythen & Missverständnisse rund ums Squirten

Rund um Squirting und weibliche Ejakulation gibt es viele Mythen. Nehmen wir uns einen Moment Zeit, um einige der gängigsten zu entkräften: 

Mythos: Jede Frau squirtet 

Manchen Frauen fällt das Squirting leichter als anderen. Für manche ist es ein ganz normaler Teil ihres Sexuallebens, während andere lieber andere Formen sexueller Aktivitäten ausüben [5]. Jeder Mensch ist anders, genauso wie unsere sexuellen Wünsche und Vorlieben. Wenn Du herausfinden möchtest, ob Squirting etwas für Dich ist, wünschen wir Dir alles Gute auf dieser Entdeckungsreise. Wenn es nichts für Dich ist, ist das auch in Ordnung!

Mythos: Squirting gibt es gar nicht

Squirting und die weibliche Ejakulation gelten schon seit langem als Mythos. Das liegt höchstwahrscheinlich an der mangelnden Forschung zur weiblichen Gesundheit und daran, dass weibliche Lust stigmatisiert wird. In den letzten Jahren wurde dieses Thema jedoch intensiver erforscht, und die Ergebnisse zeigen, dass Squirting und die weibliche Ejakulation sehr wohl real sind. 

Mythos: Beim Squirting kommt immer sehr viel Flüssigkeit

Auch wenn beim „Squirting“ möglicherweise mehr Flüssigkeit austritt als bei der weiblichen Ejakulation oder bei normaler sexueller Erregung, reicht das nicht immer aus, um die Bettwäsche vollständig zu durchnässen. Jeder Körper ist anders und produziert unterschiedliche Mengen an Flüssigkeit. Wie so oft wird dies in Pornos übertrieben dargestellt und entspricht möglicherweise nicht deiner eigenen sexuellen Erfahrung.

Mythos: Squirting ist bloß Pipi

Das ist ein heiß diskutiertes Thema, zu dem es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die beim Squirting austretende Flüssigkeit Urin ist. Das stimmt so nicht ganz. Die beim Squirting austretende Flüssigkeit hat zwar viel mit Urin gemeinsam und stammt aus der Blase, doch Untersuchungen haben ergeben, dass sie auch andere Sekrete enthält [8].

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