Das Hymen: Was es ist, seine Anatomie & Funktion
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Wichtige Erkenntnisse:
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Das Hymen (auch Jungfernhäutchen genannt) ist eine dünne, dehnbare Membran am Eingang der Vagina, meist mit einer Öffnung, durch die Menstruationsblut abfließen kann
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Die Funktion des Hymens ist nicht bekannt, aber es verändert sich mit zunehmendem Alter unter dem Einfluss des Hormons Östrogen.
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Es gibt den weit verbreiteten Mythos, dass das Hymen nur beim Geschlechtsverkehr reißt oder „zerstört“ wird und ein intaktes Hymen ein Beweis für Jungfräulichkeit sei – das stimmt so jedoch nicht!
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Das Hymen kann beim Sport oder durch die Verwendung eines Tampons einreißen, und manchmal dehnt es sich beim Geschlechtsverkehr eher, als dass es (ein)reißt.
Das Hymen ist ein häufig missverstandener Teil unserer Anatomie, der oft mit Mythen über Jungfräulichkeit und irreführenden Begriffen wie „das erste Mal“ oder „entjungfern“ verbunden wird. Aber was genau ist das Hymen eigentlich? In diesem Artikel erklären wir, was ein Hymen ist, wie es aussieht und wie es sich mit dem Alter verändert. Außerdem räumen wir mit einigen verbreiteten Mythen rund um das sogenannte Jungfernhäutchen auf, damit du die Fakten von Fiktion unterscheiden kannst. Wissen ist schließlich Macht!
Was ist das Hymen?
Das Hymen ist eine dünne Gewebefalte, die die Vaginalöffnung umgibt oder sie teilweise bedeckt. Es ist von Geburt an vorhanden, meist mit einer zentralen Öffnung, damit Periodenblut abfließen kann [1]. Mit zunehmendem Alter reißt, dehnt und verändert es sich – ein natürlicher Prozess, den die meisten von uns gar nicht bemerken [2], auch wenn es bei manchen zu leichten vaginalen Blutungen kommen kann, die als Schmierblutung bezeichnet werden.
Welche Funktion hat das Hymen?
Die biologische Funktion des Hymens ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiterhin ein Rätsel. Wir wissen, dass sich die Vagina zunächst als fester Schlauch entwickelt. Während der Entwicklung im Mutterleib löst sich das Innere dieses Schlauchs auf, sodass eine hohle Struktur entsteht, an deren Ende sich das Hymen befindet. Bei den meisten Menschen bildet sich die Öffnung im Hymen innerhalb der ersten Lebenstage. Bei anderen ist das Hymen bereits mit einer Öffnung vorhanden oder reißt früher, und in seltenen Fällen werden Babys mit einem „imperforierten Hymen“ geboren – einem Hymen ohne Öffnung [2]. Abgesehen davon, dass das Hymen ein Überbleibsel der Entwicklung im Mutterleib ist, gibt es nur sehr wenig Forschung zu seiner eigentlichen Funktion.
Wie sieht das Hymen aus?
Das Hymen sieht aus wie ein dünner Hautsaum mit einer Öffnung in der Mitte. Es befindet sich in der Nähe der Vaginalöffnung, und du kannst dein eigenes möglicherweise sehen, wenn du deine Vulva mit einem Handspiegel betrachtest. Es ist jedoch normal, dass sich das Hymen mit der Zeit abnutzt, und nach der Pubertät kann es schwer zu erkennen sein.
Verschiedene Arten von Hymen
Auch wenn die meisten Hymen eine einzige Öffnung haben, ist jeder Körper anders, und es gibt verschiedene Arten von Hymen.
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Ringförmiges oder halbmondförmiges Hymen: Dies ist die häufigste Form des Hymens. Es ist wie ein Donut oder halbmondförmig um die Vaginalöffnung herum geformt [1, 2].
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Siebförmiges Hymen (Cribriform-Hymen): Dieses Hymen bedeckt die Vagina und hat viele kleine Öffnungen [1]. Periodenblut kann durch diese hindurchfließen, wobei kann das Einführen eines Tampons erschwert dadurch manchmal erschwert sein kann.
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Septiertes Hymen: Dieses Hymen hat einen zusätzlichen Gewebestreifen, sodass statt einer Öffnung zwei kleinere Öffnungen bestehen [1]. Personen mit dieser Form des Hymens können Schwierigkeiten haben, Tampons zu benutzen.
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Mikroperforiertes Hymen: Das Hymen bedeckt die gesamte Vaginalöffnung bis auf ein winziges Loch [2]. Periodenblut kann durch dieses kleine Loch abfließen, aber die Verwendung von Tampons kann schwierig sein.
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Imperforiertes Hymen: Hierbei handelt es sich um einen Zustand, bei dem das Hymen die Vagina vollständig bedeckt und so verhindert, dass Blut abfließen kann [2]. Das kann schmerzhaft sein, ist aber selten und betrifft nur 1 von 1.000 bis 10.000 Mädchen [2].
Wenn du dir wegen deines Hymens Sorgen machst, Probleme mit der Verwendung von Tampons hast oder glaubst, ein imperforiertes Hymen zu haben, sprich mit deiner medizinischen Fachkraft darüber.
Wie verändert sich das Hymen?
Auch wenn wir seine Funktion nicht kennen, wissen wir, dass sich das Hymen mit dem Alter verändert. Bei der Geburt ist dein Hymen dicker und enthält viele Blutgefäße. Im Laufe der Kindheit wird die Haut des Hymens dünner und dadurch empfindlicher. Während der Pubertät und Adoleszenz sorgen steigende Östrogen-Spiegel dafür, dass das Hymen wieder dicker und elastischer wird. Wenn du schwanger wirst, wird das Hymen sehr dick und glykogenreich, und nach einer vaginalen Geburt bleibt nicht mehr viel davon übrig. Während der Perimenopause wird das Hymen aufgrund der niedrigeren Östrogenspiegel erneut dünner [1].
Mythen rund um das Hymen
Viele falsche Behauptungen über das Hymen werden als Fakten akzeptiert, obwohl ihnen eine wissenschaftliche Grundlage fehlt. Sehen wir uns einmal die häufigsten Mythen an und klären, was stimmt und was nicht.
Mythos 1: Ein Hymen bedeckt die gesamte Vagina
Viele glauben, ein Hymen sei ein „Siegel“, das die Vagina bedeckt, was die Vorstellung vom „Reißen“ des Hymens verstärkt (mehr dazu weiter unten). Bei den meisten Menschen bedeckt das Hymen jedoch nur teilweise die Öffnung der Vagina und hat ein Loch, durch das Periodenblut abfließen kann. Deshalb kannst du trotz vorhandenen Hymens Tampons benutzen und penetrativen Sex haben.
Mythos 2: Das Hymen „reißt“
Viele sprechen davon, dass das Hymen „reißt“, was aber nicht zutrifft. Wie wir oben gesehen haben, verschließt das Hymen in den meisten Fällen die Vagina nicht vollständig, sondern hat bereits ein Loch in der Mitte. Anstatt zu reißen, ist das Hymen dehnbar und nutzt sich mit der Zeit eher ab und kann kleine Einrisse bekommen, als dass es einmalig „durchreißt“.
Mythos 3: Das Hymen reißt nur, wenn du deine Jungfräulichkeit verlierst
In manchen Kulturen wird erwartet, dass ein intaktes Hymen ein Zeichen von Jungfräulichkeit ist und dass Blutungen nach dem ersten Mal Sex bedeuten, dass das Hymen „gerissen“ ist. Das stimmt jedoch nicht.
Das Hymen ist ein sehr elastischer Hautsaum und kann sich beim penetrativen Geschlechtsverkehr dehnen, ohne zu reißen [1, 3]. Eine Studie mit 27 Jugendlichen ergab, dass bei 52 % der untersuchten Frauen das Hymen noch intakt war – also ohne Risse oder Einrisse –, obwohl sie bereits Geschlechtsverkehr hatten. Die Forschenden schlossen daraus, dass das Aussehen des Hymens allein nicht darüber Auskunft geben kann, ob jemand Sex hatte oder nicht [4]. Die meisten Frauen erleben beim ersten Mal penetrativen Sex außerdem keine Blutung, und Blutungen während oder nach dem Sex werden häufiger durch fehlende Feuchtigkeit verursacht [2].
Das Hymen kann auch aus anderen Gründen als Sex einreißen. Zum Beispiel können das Einführen eines Tampons oder einer Menstruationstasse, Masturbation mit den Fingern oder einem Spielzeug, eine gynäkologische Untersuchung oder ein PAP-Abstrich sowie bestimmte intensive Sportarten das Hymen verletzen [1].
Aus diesen Gründen eignet sich das Hymen (und eine Blutung) nicht als verlässlicher Hinweis darauf, ob eine Person penetrativen Sex hatte oder nicht. In einer gemeinsamen Erklärung stellten die Weltgesundheitsorganisation, die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen und UN Women fest, dass es aus medizinischer Sicht keinen Sinn hat, das Hymen als Zeichen von Jungfräulichkeit zu untersuchen, und forderten die Abschaffung von Jungfräulichkeitstests – einer Praxis, bei der in manchen Kulturen das Hymen untersucht wird, um festzustellen, ob eine Person bereits penetrativen Sex hatte [5].
Mythos 4: Das erste Mal Sex muss weh tun
Vielleicht hast du schon mal den Ausdruck „das erste Mal“ oder „das Jungfernhäutchen verlieren“ gehört, wenn es um Sex zum ersten Mal geht. Solche Formulierungen können fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass Sex beim ersten Mal oft schmerzhaft ist und das Hymen dabei „durchbrochen“ wird.
Wie wir oben erklärt haben, „reißt“ das Hymen nicht einfach, sondern bekommt mit der Zeit kleine Einrisse – sei es durch Sex oder durch nicht-sexuelle Aktivitäten wie Sport. Manche verspüren beim ersten Mal leichte Schmerzen, aber für andere ist der Sex nicht schmerzhaft. Häufiger sind ein leichtes Unwohlsein, Druck oder ein Dehnungsgefühl. Einige Frauen haben leichte Blutungen, das kommt jedoch eher selten vor [2].
Wenn du beim ersten Mal Sex Schmerzen hast, liegt das oft an fehlender Feuchtigkeit oder an einem unwillkürlichen „Verkrampfen“ der Vagina, das als Vaginismus bezeichnet wird [6]. Jede erste sexuelle Erfahrung ist einzigartig. Das Wichtigste ist, dass du dich wohlfühlst – offene und klare Kommunikation mit deinem Partner oder deiner Partnerin kann das Erlebnis angenehmer machen. Denk daran, dass beide Partner zugestimmen müssen und ihre Meinung jederzeit ändern können.
So pflegst du dein Hymen
Du musst nichts Besonderes tun, um dein Hymen zu pflegen. Die Vagina ist ein echtes Wunderwerk! Wusstest du, dass die Vagina sich selbst reinigt? Die Vulva mit warmem Wasser abzuspülen und die Vagina ihre Arbeit machen zu lassen, reicht meist aus, um diesen Bereich gesund und sauber zu halten. Wenn du Bedenken zu deiner Vaginalgesundheit hast, sprich am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin darüber.
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